Analkarzinom

Epidemiologie

Etwa 1-4 % der anorektalen Karzinome sind Analkarzinome. Die Inzidenz liegt bei 4-15 Neuerkrankungen auf 1 000 000 Einwohner, wobei Frauen beim Analkanalkarzinom etwa 1,5 - 3-fach häufiger betroffen sind im Gegensatz zum Anal-Randkarzinom, das bei Männern zirka 4fach häufiger als bei Frauen auftritt.

Risikofaktoren

Chronische Entzündungsreaktionen und Viruserkrankungen stehen als auslösende Faktoren an erster Stelle. Mit entsprechenden Techniken konnten bei einem Großteil der Erkrankten humanes Papillom-Virus (Typ 16) aber auch Herpes simplex-Virus nachgewiesen werden.
In der Praxis lassen sich eindeutige Risikogruppen definieren: immunsupprimierte Patienten z.B. nach Nierentransplantation, Homosexuelle und Patienten mit HIV-Infektion, langwierige perianale Fisteln bei Morbus Crohn, Bestrahlung im Analbereich und vorbestehenden Condylomata acuminata (Feigwarzen).

Stadieneinteilung

Die Stadieneinteilung der Analkarzinome folgt der TNM-Klassifikation. Tumorgrösse, der Befall von Lymphknoten bzw. das Auftreten von Metastasen spielen dabei die entscheidende Rolle, und bestimmen auch das therapeutische Vorgehen und die Prognose.

Symptomatik und Diagnostik

Leitsymptome sind anale Blutungen und Schmerzen bei der Defäkation. Weitere Zeichen sind Juckreiz, Obstipation und Fremdkörpergefühl.
Die Inspektion durch den erfahrenen Arzt, Palpation und Prokto-Rektoskopie sowie Probeexzision entsprechen dem Standardvorgehen. Erforderlich ist auch die Untersuchung der inguinalen Lymphknoten.
Nach Diagnosesicherung durch die feingewebliche Untersuchung umfasst das prätherapeutische Staging die Bestimmung der Tumormarker (CEA, SCC), die Sonografie der Leber, Röntgenuntersuchung der Lunge, Endosonografie, in Abhängigkeit vom Befund auch Computertomografie oder Kerspintomografie, urologische und gynäkologische Untersuchung. Eine Koloskopie vor Therapiebeginn ist sinnvoll.

Therapie

Bei einem frühen Tumorstadium eines Analkanalkarzinoms, in dem der Tumor durch Exzision vollständig abgetragen ist, kann eine alleinige Radiotherapie erwogen werden. Höhergradige Stadien werden durch Radiochemotherapie angegangen.
Analrandkarzinome werden im Stadium T1 und T2 wie Hauttumoren durch lokale Exzision behandelt, wenn dadurch der Tumor komplett entfernt werden kann. Wenn der Tumor den Sphinkterapparat oder Nachbarorgane erfasst hat, kommt wiederum die Radiochemotherapie zum Einsatz. Die alleinige Radiotherapie ist bei frühen Tumorstadien erlaubt.
Die Indikation zur abdomino-perinealen Resektion (Chirurgische Entfernung von After und Enddarm) besteht heute unter der Zielsetzung einer Heilung dann, wenn die Radio- oder Radiochemotherapie erfolglos ist oder schwere Komplikationen durch diese Behandlung auftreten.

Prognose

Mit einer dauerhaften Persistenz des Tumors ist -in Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung bei Diagnosestellung- nach konservativer Therapie (Radio- oder Radio-Chemotherapie) bei 10-25% der Patienten zu rechnen.
Hier ist durch entsprechende chirurgische Maßnahmen (Siehe oben) noch bei bis zu 50% der Patienten eine Heilung zu erzielen.

Nachsorge

Bei primär kurativer Therapie unter Erhaltung der Sphinktermuskulatur sollte in den ersten beiden Jahren vierteljährlich durch eine proktologische Untersuchung ein erneutes Auftreten des Tumors ausgeschlossen werden. Im späteren Verlauf sind halbjährliche Kontrollen angezeigt.

Prävention

Bekannte und vermeidbare Risikofaktoren für die Entwicklung eines Analkarzinoms sind Zigarettenrauchen, Analverkehr, die Infektion mit humanem Papillom-Virus(HPV) und die Zahl der Sexualpartner. Die Benutzung von Kondomen ist ratsam.

Colo-Proktologische
Gemeinschaftspraxis

Dr. med. A.A. Katouzi
Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie, Proktologe

Dr. med. Heiko Vollmer
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Dr. med. Calin Burtica
Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie

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